Interessantes Osteuropa

Wo waren wir stehen geblieben? Genau, in Zamość. Dort ist das Wichtigste und Schönste, einfach durch die Stadt zu bummeln. Besonders der Marktplatz entzückt uns mit seinen wunderschönen Gebäuden, am meisten die Seite rechts des Rathauses, an der farbenfrohe, renovierte, armenische Bürgerhäuser stehen. Man kann den Blick kaum davon lassen. Dieses ‘Musterstädtchen’ wurde in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts von Jan Zamoyski erbaut, der das Land vom polnischen König geschenkt bekam. Er ließ das sumpfige Land trocken legen und engagierte einen italienischen Baumeister, der die Stadt nach seinen Wünschen und im italienischen Renaissance-Stil erbaute.

Wirklich sehr gelungen. Ein weiterer Reiz dieses hübschen Städtchens sind die vielen Innenhöfe in der ganzen Stadt, die sich an der einen Straßenseite meist mit einem Torbogen öffnen und teilweise über mehrere Höfe zur anderen gegenüber oder rechtwinkling dazu liegenden Straßen wieder schließen. Da kann man stundenlang spazieren, schauen, linsen, sitzen. Auch an der Gedenktafel am Geburtshaus von Rosa Luxemburg kommen wir vorbei.
Außerdem ist ein Teil der Stadt von einem schön angelegten Park umgeben, auch hier schlendern wir im nachmittäglichen Sonnenlicht umher.
Wieder begegnen wir den scheußlichen Spuren des deutschen Wahnsinns im Dritten Reich.
Am Rand der Stadt liegt die Rotunda, früher ein Teil der Festung, im 2. Weltkrieg dann Erschießungsstätte und Gefangenendurchgangslager. Russische Offiziere wurden hierher gebracht und ermordet, ebenso wie polnische Partisanen, die sich gegen die Germanisierungsmaßnahmen wehrten, die 1942 mit der sog. Aktion Zamość begannen. Das Gebiet um Zamość wurde von Himmler zum ersten deutschen Siedlungsgebiet erklärt. Zamość sollte ‘Himmlerstadt’ heißen. Ortsansässige wurden eingedeutscht, zwangsumgesiedelt (dort starben sie oft in sog. Rentendörfern, inzwischen leeren jüdischen Siedlungen) oder ermordet.  Viele der um die Rotunda vergrabenen Opfer wurden ab 1943 ausgegraben und verbrannt, ebenso wie die Toten in den Massengräbern der Umgebung. Heute ist die Rotunda eine Gedenkstätte.
Auf unseren Platz haben sich dann auch noch tatsächlich zwei Holländer verirrt. Wir sind ganz entsetzt, dass jemand unsere einsame Burg erobert hat, aber großzügig und lassen die Camper bleiben….

Wir warten mal wieder auf ein Paket. Jenny hat unsere Bestellung aufgenommen und schneller als eigentlich möglich alles besorgt und das Packerl zur Post gebracht.
Als Anschrift haben wir den kommenden Platz in Przeworsk angegeben und dort auch das Paket angekündigt, falls wir etwas später eintreffen. Ansonsten müssten wir ab Paketaufgabe bis Eintreffen an einem Platz warten. Der Platz ist ein sogenannter Skansen, das ist eine Sammlung von landestypischen, alten Holzhäusern. Das Dach eines dieser Häuser wird gerade neu gedeckt, fast alles noch richtige Handarbeit.Nun ja, also das Paket ist noch nicht in Przeworsk, wohin wir nach 3 Tagen aufbrechen und benötigt auch noch einige Tage. Der Sendungsverfolgung können wir alles entnehmen, nur nicht die problemlose Beförderung. Gleich zu Beginn steht dort ‘fehlgeleitet’. Dann neu adressiert und weitergeleitet. Dann auf einmal neu vor Weiterleitung ‘geringfügig’ beschädigt und neu verpackt. Ach du liebe Zeit, das kann ja was werden. Am Tag der voraussichtlichen Ankunft sehen wir ein gelbes Paketauto nach dem anderen an unserem Platz, der an der Durchgangsstraße liegt, vorbeifahren. Endlich nach zwei Stunden (wir sitzen in der Sonne hier, die Stadt gibt rein gar nichts her) biegt eines auf den Platz ab. Natürlich gehen wir gleich zur Rezeption. Die Dame dort behauptet tatsächlich, es sei kein Paket für uns angekommen. Wir bleiben hartnäckig, mal wieder mit Händen und Füßen, weil englisch nicht funzt, bis wir das kostbare Gut in Händen halten. Leider war das Paket nicht nur geringfügig beschädigt, sondern geöffnet worden, es fehlt ein Teil der Bestellung. Wir haben keine Ahnung, wie das vor sich ging. Wir vermuten ob der Dauer, dass das Paket beim Zoll war und geöffnet wurde. Vielleicht ist etwas aus Versehen nicht wieder eingepackt worden. Naja, wie wichtigsten Sachen sind drin geblieben.
Dann machen wir uns wieder auf den Weg, weiter gen Osten. Heute ist es nicht weit, allerdings wissen wir gar nicht, was uns erwartet, wir wollen über die Grenze in die Ukraine und nach Lviv/Lemberg. Nur wenige Autos überholen uns auf der Autobahn bis zur Grenze. Kaum eine Schlange, nur vier LKWs stehen da, wir stellen uns mal dort an. Alle Pkws, die n

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